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   Sumerer
 

Sabitu

(akk. Siduri) Eine sumerische Göttin und Hüterin des Baums des Lebens (BELLINGER, 410), „die da wohnt in des Meeres Abgeschiedenheit”. Zu ihr gelangte Gilgamesch auf seiner Suche nach einem Mittel gegen den Tod, muß dabei allerdings erfahren, daß die Endlichkeit menschlichen Lebens unabwendbarer Beschluß der Götter ist (Gilgamesch-Epos, 10. Tafel, S. 79f.).

Sie spricht zu Gilgamesch: „Gilgamesch, wohin läufst du? Das Leben, das du suchst, wirst du nicht finden. Als die Götter die Menschheit erschufen, teilten den Tod sie der Menschheit zu, Nahmen das Leben für sich in die Hand.” (ebd., 81)

Als Gilgamesch diese Göttin traf, trug diese „Gebärerin des Weins” die Verkleidung einer Wirtin, als die sie den Göttern den Wein der Unsterblichkeit spendete. In Griechenland kannte man sie als Weingöttin Oenothea, bei den Sufi-Philosophen als Göttin Saki, „die jedem Menschen den Kelch der offenbarten Wahrheit’ eingießt” (WALKER, 313).

Die Philosophie des carpe diem (lat., „Nutze den Tag!”), welche Siduri Sabitu dem Gilgamesch rät, soll auch in die Bibel eingeflossen sein, wo der Prediger Salomo in 9,7-10 ganz ähnliche Worte (s. u. Gilgamesch) benutzt, wenn er von Wert und Genuß des Lebens spricht (ebd., 314).