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   Mesopotamien
 

Die Sumerer

Sumer, Shumer oder Schumer ist ein Name des südlichen Babyloniens, später, bis ins 1. Jahrtausend für ganz Babylonien, teilweise entspricht es dem heutigen Irak. Die Sumerer sind das älteste nichtsemitische Volk, von dem historisch Verwertbares überliefert ist.
Die Bezeichnung Schumer ist ein akkadisches Wort, das „Kulturland” bedeutet und auf die Leistung der Sumerer als Kulturbringer anspielt.

Um 3500 vor wanderten die Volksgruppen, deren Herkunft und ethnische Zugehörigkeit unklar ist, in das südliche Mesopotamien zwischen Euphrat und Tigris ein, wo sie auf die Bauernkultur der Obed-Leute und Nomaden trafen. Deren kulturelle Anfänge griffen die Eiwanderer auf, ergänzten sie mit ihren mitgebrachten Kenntnissen und schufen so die als sumerisch bekannte Kultur.

Die Sumerer können als Pioniere menschlicher Kultur gelten, brachten sie doch die ersten Astronomen und Mathematiker hervor. In der Baukunst ist ihnen das Gewölbe zu verdanken, sie gründeten mit Ur, Uruk oder Lagasch die ältesten Städte mit monumentalen Tempelanlagen (die Zikkurate) und erfanden die Keilschrift, woraus später die Buchstabenschrift (Alphabet) entwickelt wurde, die über die Phönizier im Mittelmeerraum Verbreitung fand.

Sie gelten auch als Erfinder des Staates, Städte wie Kish, Uruk, Ur oder Nippur waren selbständige Stadtstaaten.

Von den bildenden Künsten sind die Rollsiegel mit Götter- und Tiermotiven aus der Uruk-Periode die ältesten Zeugnisse sumerischer Kunst, sie datieren um 3500 - 2900 vor. Die Plastik entfaltete sich in Götterdarstellungen. In der Baukunst sind die riesigen, mit Mosaiken geschmückten Terrassen-Tempel (Zikkurat) zu rühmen, die aus Lehmziegeln aufgetürmt waren und Vorbild des biblischen Turmbaus zu Babel sind. Leider sind diese Lehmbauten überwiegend der Erosion durch Wind und Wetter zum Opfer gefallen.

Von der Götterwelt und den Mythen der Sumerer berichten erhaltene Tontafeln. Die Grundzüge ihrer Religion wurden von Akkadern und Babyloniern übernommen. Die sumerische Literatur brachte Hymnen und Gebete hervor, das berühmte Gilgamesch-Epos wird auf sumerischen Ursprung zurückgeführt. Darin enthaltene Motive, beispielsweise die Erschaffung des Menschen aus Lehm oder die Sintflut, fanden auch in die Bibel Eingang, womit diese alte Kultur geistes- und glaubensgeschichtlich noch heute lebendig ist.

Die Blüte ihrer Kultur endete um 2500 vor, als die Sumerer von den Akkadern abgelöst wurden. Die sumerische Sprache hielt sich dagegen noch lange Zeit, nachdem es längst kein Sumer mehr gegeben hatte (ähnlich dem heutigen Gebrauch das Lateinischen in der katholischen Liturgie).

 

Sumerische Gottheiten

Alle Gottheiten gingen aus dem Urmeer Nammu hervor. Das erste Götterpaar waren die Erdgöttin Urash (bzw. Ki) und der Himmelsgott An. Ihnen entsproß der Luft- und Vegetationsgott Enlil, der mit der Getreidegöttin Ninlil eine weitere Generation hervorbrachte.
Diese waren der Kriegsgott Nergal und die Unterweltsgöttin Ereshkigal sowie die Göttin des Schilfes Ningal und der Mondgott Nanna (bzw. Sin). Von ihnen stammten der Sonnengott Utu, die Fruchtbarkeitsgöttin Inanna und der Feuergott Nusku. Inannas Partner wird Dumuzi, sein Tod und seine Wiederkehr aus der Unterwelt wurden Vorbild für zahlreiche weitere Kulte auferstehender Frühjahrsgötter, bei denen die mythische Begebenheit durch die Heilige Hochzeit nachvollzogen wurde.