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 Tarot - Große Arkana
 
 

Trümpfe I - Der Magier

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Der Magier
„Der Magier” im „1JJ-Tarot”, traditionelle Schweizer Karten aus dem 19. Jh.
 
 
(auch „Der Gaukler”, „Der Jongleur”, ital. Il Bagatto, Il Bagattel; frz. Le Bateleur, Le Joueur de Gobelets, Escamoteur; engl. The Magician, The Juggler) Im traditionellen Tarot de Marseille zeigt dieser Trumpf einen Gaukler mit breitkrempigen Hut, der vor sich auf einem Tisch einige Zutaten für seine Kunststücke liegen hat, darunter Würfel und Würfelbecher.
Im Oswald-Wirth-Tarot ist die Szenerie ganz ähnlich, nur finden sich als Zaubergerät die vier Symbole der Kleinen Arkanen, Münze, Schwert, Kelch und Stab.
Dieses Motiv wurde auch von Arthur E. Waite aufgenommen. Im Rider-Waite-Tarot gibt die Haltung des Magiers zudem den hebräischen Buchstaben Aleph wieder.
Schon WIRTH hatte der Karte eine Blume hinzugefügt, im Waite-Tarot ist der Magier von blühenden Blumen, roten Rosen und weißen Lilien, umrankt: Rosen und Lilien sprießen im Vordergrund, oben ranken Kletterrosen.
Der Hut des Magiers erinnert im Tarot de Marseille nur entfernt an eine liegende Acht, bei WIRTH ist diese Linie sehr deutlich und bei WAITE schwebt über dem sonst unbedeckten Haupt des Magiers, der als Gürtel hier übrigens eine Schlange trägt, eine Lemniskate, die Symbol der Unendlichkeit ist. Ein solches Symbol schwebt im Rider-Waite-Tarot auch über der auf der Karte „Kraft” dargestellten Frauensperson.

 

Dieser Trumpf symbolisiert den mit Geist begabten Menschen, dem es es gegeben ist, mit den Elementen der Welt zu jonglieren bzw. mit ihnen zu zaubern.

Stichwörter zur Deutung sind geistige Beweglichkeit, nutzbare Gelegenheiten, Geschicklichkeit, Ideen, Initiative, Jugend, Möglichkeiten, Originalität, Schöpferkraft, Überzeugungskraft, freier Wille.
Immer kommt es darauf an, welche Frage gestellt wurde, in welchem Umfeld die Karte liegt und, soweit dieses berücksichtigt wird, ob die Karte aufrecht oder umgekehrt liegt.

Aleph.
Beth.
 
Im Oswald Wirth Tarot ist diesem Trumpf entsprechend der Lehre Éliphas Lévis der hebräische Buchstabe Aleph („Ochse”, „Pflug”) zugeordnet, der in manchen Decks auch der Haltung des Magiers ähnelt (z. B. bei Waite).
In A. CROWLEYs Thot-Tarot ist es der Buchstabe Beth, der „Haus” bedeutet (Buch Thot, 71) In ihm verdichte sich das Unfaßbare (wie bei der Schöpfung, 1. Johannes 1) zum gesprochenen Wort (AKRON u. BANZHAF, 28).

Im Haindl Tarot sind dem Trumpf „Der Magier” der hebräische Buchstabe Bet („Haus”) und die Rune Fehu („Vieh”, „Besitz”) zugeordnet, astrologisch der Merkur.

 

Der Begriff Pagad für den Magier stammt nach KAPLAN aus dem Orientalischen. Pag bedeutet „Führer”, „Meister” oder „Gott”, gad „Schicksal”. In diesem Sinne werde der Magier dargestellt, als könne er mit seinem Stab über das Schicksal verfügen. (Lexikon des Tarot, 52f.)