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 Tarot - Große Arkana
 
 

XVIII - Der Mond

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Der Mond.
Der Mond,
Tarot de Marseille
 
 
(frz. La Lune, engl. The Moon) Zwei hundeähnliche Tiere heulen auf diesem Trumpf des Tarot de Marseille einen wie eine Sonne strahlenden Mond an. Im Hintergrund stehen links und rechts je ein eckiger Turm und im Vordergrund liegt ein Tümpel mit einem großen Krebs darin.
Im Tarot von Oswald Wirth ist das Motiv ganz ähnlich. Allerdings ist der Krebs nun in Richtung Mond ausgerichtet. Von diesem lösen sich nicht nur Lichtstrahlen, sondern auch tropfenartige Gebilde (siehe auch „Die Sonne” und „Gericht”). Entlang des Tümpels, zwischen den Hundeartigen hindurch, von welchen einer weiß, der andere schwarz ist, schlängelt sich ein Weg in Richtung Horizont.
Dieser Weg beginnt auf der entsprechenden Karte des Rider-Tarots direkt am Ufer des Gewässers und der Krebs schickt sich gerade an, ihn zu erwandern. Dabei wird er zwischen den beiden Tieren hindurch müssen, die klar als ein Hund und ein Wolf erkennbar sind. Die Türme, die ganz den beiden Türmen auf der Trumpfkarte XV, „Tod” gleichen, stehen in einer hügeligen bis gebirgigen Landschaft, zwischen deren Gipfeln sich der dargestellte Weg verliert.

Die auf dieser Karte häufig dargestellten Tropfen sind nach Court de Gebelin die Tränen der Isis, die den Nil anschwellen ließen und Ägypten befruchteten. Arthur E. WAITE hielt diese Behauptung für wertlos und wies darauf hin, daß andere okkulte Schriftstelle in diesen Gebilden hebräische Jods erkannten (Bilderschlüssel zum Tarot, 33f.)

Die Karte bedeutet das Mysteriöse und Übersinnliche, Intuition, den Weg in den Abgrund der eigenen Seele, aber auch Illusion, Hysterie, Lug und Trug.

Wolf und Hund, die auf der hier abgebildeten Karte den Mond anheulen, weisen auf die tierische, unterbewußte Urnatur des Menschen an, die vom Mond beeinflußt wird, wie der Mond auch in der Sphäre des Sichtbaren wirkt (Ebbe und Flut).
Der Krebs schickt sich gerade an, den Weg aus dem Wasser zu beschreiten, wie sich einst alles Leben und damit auch das des Menschen im Meer entwickelt haben soll, um später das Land zu erobern. Bevor es allerdings so weit ist, muß das fruchtbare Ufer verlassen werden und durch das Tor hindurch (Säulen) das beschwerlichere Hügelland aufgesucht werden.

Wie der Mond ein wechselhaftes Gestirn ist, so mahnt diese Karte, sich des wechselnden Schicksals zu erinnern. Beim Abstieg in das eigene Unterbewußte lauert auf den Suchenden immer die Gefahr, Trugbildern aufzusitzen oder aber unangenehme Wahrheiten als solche zu erkennen.

Stichwörter zur Deutung sind Beliebtheit, Einflüsse negativer Art, unerkannte Gefahren, schwache Gesundheit, Illusionen, Irrtum, Sensibilität, Träume, Verrat, Vorahnungen, dauernder Wandel.
Immer kommt es darauf an, in welchem Umfeld die Karte liegt und, soweit dieses berücksichtigt wird, ob die Karte aufrecht oder umgekehrt liegt.

Tsade. Koph.
Im Oswald Wirth Tarot ist dieser Trumpf entsprechend der Lehre Éliphas LÉVIS der hebräische Buchstabe Tsade zugeordnet.
In A. CROWLEYs Thot-Tarot ist es der Buchstabe Qoph („Mond”) (Buch Thot, 120).

Im Haindl Tarot sind diesem Trumpf der hebräische Buchstabe Qof („Hinterkopf”) und die Rune Odala bzw. Otil („Besitz”) zugeordnet, astrologisch das Zeichen Fische.